Die Geschäftsinteressen großer Technologieunternehmen gehen häufig auf Kosten der Privatsphäre der Nutzer. Durch die Untersuchung der offiziellen Datenschutzrichtlinien von Google lässt sich nachvollziehen, wie das Unternehmen persönliche Informationen sammelt, verarbeitet und nutzt, um Werbeprofile für Hunderte von Millionen Nutzern zu erstellen.
Google arbeitet mit über zwei Millionen Nicht-Google-Websites und -Apps zusammen, um Werbung anzuzeigen. Zu diesem Zweck speichert das Unternehmen Server-Logs, die in der Regel Webanfragen, IP-Adressen, Browsertypen und -sprachen, Zeitstempel sowie Cookies enthalten, die einen Nutzerbrowser eindeutig identifizieren können. Obwohl Google diese Log-Daten nach neun Monaten anonymisiert, indem Teile der IP-Adresse entfernt werden, und Cookie-Informationen nach 18 Monaten löscht, werden die Daten zuvor aktiv genutzt. Cookies spielen eine zentrale Rolle bei der Effektivität von Werbung; in Umgebungen, in denen Cookies nicht verfügbar sind – wie beispielsweise in mobilen Anwendungen – verwendet Google ähnliche Tracking-Technologien. Außerdem können mobile Werbe-IDs mit Cookies auf demselben Gerät verknüpft werden, um Werbung über Apps und Browser hinweg zu koordinieren.
Die Standortverfolgung ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Datensammlung. Google kann IP-Adressen nutzen, um den ungefähren Standort eines Nutzers zu ermitteln, oder präzise Standortdaten von mobilen Geräten empfangen. Websites und Apps, mit denen Nutzer interagieren, können ebenfalls Standortinformationen an Google übermitteln. Außerdem kann Werbung basierend auf Geräteeigenschaften ausgewählt werden, wie etwa dem Gerätemodell, Browsertyp oder sogar Sensoren wie dem Beschleunigungsmesser.
Google fungiert zudem als Datenverarbeiter für vertrauenswürdige Unternehmen, was bedeutet, dass diese Parteien Daten im Auftrag von Google verarbeiten. Der Umfang der Datensammlung erstreckt sich auf alle Google-Produkte, einschließlich YouTube und Hangouts. Google Voice speichert beispielsweise Anrufverläufe, Mailbox-Begrüßungen und -Nachrichten, SMS, aufgezeichnete Gespräche und andere Daten.
Alle gesammelten Informationen werden zu einem Werbeprofil zusammengeführt, das der Steigerung der Werbewirksamkeit dient. Wenn die Werbepersonalisierung deaktiviert ist, gibt Google an, keine Informationen zur Erstellung eines Werbeprofils oder zur Personalisierung von Anzeigen zu sammeln oder zu nutzen. Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Unternehmen weiterhin Standortdaten sammeln, selbst wenn Nutzer Tracking-Dienste explizit deaktiviert haben. Dies verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Nutzer bei der Wahrung ihrer Privatsphäre konfrontiert sind. Diese Erkenntnisse stammen aus den offiziellen Google-Richtlinien zu Werbung, Datenschutzrahmen, Partnerseiten, Cookies, Mustererkennung, Sprache und Nutzungsbedingungen.